1. Übergewicht bei Hund und Katze -
Ursachen, Risiken und richtige Ernährung
Übergewicht gehört zu den häufigsten ernährungsbedingten Gesundheitsproblemen bei Haustieren.
Sowohl Hunde, als auch Katzen sind zunehmend betroffen. Studien zeigen, dass ein großer Teil der Haustiere zu viel wiegt. Besonders häufig betroffen sind Wohnungskatzen im mittleren Alter. Auswirkungen hat das Übergewicht nicht nur auf die Gelenke, sondern insgesamt auf die Gesundheit und die Lebensqualität.
Warum werden Hunde und Katzen übergewichtig?
In den meisten Föllen entsteht das Übergewicht durch mehrere Faktoren gleichzeitig. Zu den häufigsten Ursachen gehören:
- zu große Futterportionen
- häufige Snacks und Leckerchen, sowie Kauartikel
- wenig Bewegung
- freier Zugang zu Futter bei Wohnungskatzen und fressen aus Langeweile
- Veränderter Energiebedarf nach einer Kastration, welcher nicht einkalkuliert wird
Viele Tierhalter unterschätzen außerdem das Körpergewicht ihres Tieres und nehmen schleichende Gewichtszunahmen nicht wahr. Gleichzeitig hat sich auch unser Auge an die Proportionen übergewichtiger Tiere gewöhnt und eine schlanke Straßenkatze im Urlaubsland wirkt schnell zu dünn, obwohl sie Idealgewicht hat.
Welche Folgen kann Übergewicht haben?
Übergewicht belastet den gesamten Organismus von Hund und Katze. Zu den möglichen gesundheitlichen Folgen gehören:
- Gelenkprobleme und Arthrose
- Diabetes mellitus
- Herz-Kreislauf- Belastung
- eingeschränkte Beweglichkeit
- geringere Lebenserwartung
Woran erkennt man Übergewicht?
Ein gesundes, erwachsenes Tier sollte eine leicht erkennbare Taille haben und die Rippen sollten bei leichtem Druck tastbar sein. Eine gute Grundlage zur Beurteilung bietet der BCS, der Body Condition Score. Wichtig ist, dass dieser nur bei ausgewachsenen Tieren angewandt werden darf, nicht bei Welpen und Kitten!
Anzeichen für Übergewicht:
- Rippen sind schwer tastbar
- keine sichtbare taille von oben
- gerade Bauchlinie und deutliche Fettpolster am Bauch
- eingeschränkte Beweglichkeit
Im Zweifel lassen Dein Tier in der tierärztlichen Hauspraxis abtasten und beurteilen.
Gewichtsreduktion
Eine Gewichtsreduktion sollte immer kontrolliert und schrittweise erfolgen. Zu schnelles abnehmen kann, insbesondere bei Katzen, zu gesundheitlichen Problemen führen. Idealerweise wird mit einer berechneten Abnehmkurve als Hilfsmittel gearbeitet, sodass 0,5-1% des Körpergewichts pro Woche reduziert werden.
Wichtige Maßnahmen sind:
- individuell berechnete Futtermenge
- ausreichende Nährstoffversorgung
- gute Sättigung und ausreichend eingeplante Snacks für das Wohlbefinden
- angepasste Bewegung und Beschäftigung (Stichwort Activity Feeding)
- regelmäßige Gewichtskontrollen
Mit einem induviduellen Futterplan können Hunde und Katzen abnehmen, ihr Idealgewicht erreichen und langfristig gesund bleiben
2. Wachstum und die richtige Ernährung bei Welpen
Warum die richtige Ernährung im Wachstum so entscheidend ist
Welpen, gerade bei großwüchsigen Rassen, befinden sich in einer intensiven Wachstumsphase. In dieser Zeit entwickeln sich Knochen, Muskeln und Bänder sehr schnell. Eine ausgewogene Ernährung ist daher besonders wichtig, da mit der Körper mit allen Nährstoffen versorgt ist, aber auch keiner Überversorgung ausgesetzt ist.
Der Nährstoffbedarf eines Welpen entscheidet sich deutlich von dem eines ausgewachsenen Hundes. Welpen benötigen mehr Ernergie, sowie ausreichend hochwertiges Protein, Vitamine und Mineralstoffe. Auch das verhältnis von Calcium und Phosphor ist im Wachstum nochmnal wichtiger, als beim erwachsenen Hund.
Wichtige Nährstoffe im Wachstum
Besonders wichtig sind:
- Energie: der Kaloriengehalt ist signifikant höher, als bei einem adulten Hund
- hochwertiges Protein für Muskelaufbau
- Calcium und Phosphor im richtige Verhältnis für eine gesunde Skelettentwicklung
- Vitamine und Spurenelemente für zahlreiche Stoffwechselprozesse
Ein Ungleichgewicht dieser Nährstoffe kann sich negativ auf die Entwicklung auswirken, besonders bei den großen Rassen.
Häufige Fehler bei der Welpenernährung
Zu den häufigsten Problemen gehören:
- zu hohe Energiezufuhr und damit zu schnelles Wachstum (Stichwort Snacks, Kaubeschäftigung und Belohnungen)
- falsches Calcium-Phosphor Verhältnis
- ungeeignete zusammengestellte Rationen (oft BARF Rationen)
Das erste Lebensjahr eines Hundes ist eine besonders wichtige Entwicklungsphase. Gewicht, Wachstum und Nährstoffbedarf ändern sich rapidec. Viele Halter haben zusätzlich Fragen zu Themen wie Zahnen, Wachstumsschüben, Kauartikeln oder der richtigen Futtermenge.
Ich biete daher eine tierärztliche Begleitung im ersten Lebensjahr, bei der Wachstum und Ernährung regelmäßig überprüft werden, aber auch Platz für weitere medizinische Fragen und Beratung vorhanden ist.
3. Nierenerkrankungen bei Katzen-
welche Rolle spielt die Ernährung?
Chronische Nierenerkrankungen gehören zu den häufigsten Erkrankungen älterer Katzen.
Besonders Wohnungskatzen entwickeln im Laufe ihres Lebens nicht selten eine eingeschränkte Nierenfunktion. Die richtige Ernährung ist dabei eine wichtige Säule, die Nieren zu entlasten und die Lebensqualität der Katze zu unterstützen.
Was passiert bei einer Nierenerkrankung?
Die Nieren übernehmen im Körper wichtige Aufgaben. Sie filtern Stoffwechselprodukte aus dem Blut, regulieren den Wasserhaushalt und sind an vielen weiteren Prozessen beteiligt.
Wenn die Nierenfunktion nachlässt, können bestimmte Stoffwechselprodukte nicht mehr ausreichend ausgeschieden werden. Diese sammeln sich im Körper an und können so zu den Symptomen führen, wie:
- vermehrtes trinken
- häufiges urinieren
- Gewichtsverlust
- Appetitmangel
- Müdigkeit
Eine frühzeitige Diagnose beim Tierarzt ist daher sehr wichtig. Ab einem Alter von 10 Jahren sollte ein jährliches Blutbild zur Vorsorge einer Katze da zu gehören.
Warum spielt die Ernährung bei der Nierenerkrankung eine so große Rolle?
Die Ernährung spielt eine zentrale Rolle in der Behandlung von chronischen Nierenerkrankungen. Speziell angepasste Fütterung kann dazu beitragen
- die Nieren zu entlasten
- Stoffwechselprodukte zu reduzieren
- den Krankheistverlauf zu verlangsamen
Wichtige Aspekte der Fütterung sind unter anderem:
- angepasster Protein- und Phosphatgehalt
- ausreichende Energieversorgung
- gute Akzeptanz des Futters
- Unterstützung der Flüssigkeitsaufnahme
Welche Ernährung sinnvoll ist, hängt jedoch stark von dem Stadium der Nierenerkrankung und dem individuellem Zustand der Katze ab.
Individuelle Fütterung bei Nierenerkrankungen
Die passende Ernährung für Katzen mit Nierenerkrankungen zu finden, ist oft eine große Herrausforderung. Viele Katzen sind bei Futter wählerisch und gerade spezielle Nierendiäten mit reduziertem Proteingehalt werden nicht immer sofort akzeptiert. Es besteht immer die Sorge, ob die Katze das neue Futter überhaupt akzeptiert.
Dabei ist es wichtig, behutsam vorzugehen und Lösungen zu finden, die sowohl medizinische Anforderungen berücksichtigen als auch von der Katze gut angenommen werden. Nicht jede Katze verträgt oder akzeptiert die gleichen Futtersorten und manchmal sind mehrere Anpassungen notwendig, bis eine geeignete Ernährung gefunden ist.
Eine tierärztliche Ernährungsberatung kann dabei helfen, individuelle Möglichkeiten zu besprechen und eine Fütterung zu entwickeln, die die Nieren unterstützt und gleichzeitig von der Katze zuverlässig gefressen wird. Gerade bei chronischen Erkrankungen kann eine akzeptierte und gut angepasste Ernährung einen wichtigen Beitrag zur Lebensqualität leisten.
4. Die Katze frisst schlecht-
mögliche Ursachen und was helfen kann
Wenn eine Katze plötzlich schlechter frisst, kann das viele Ursachen haben - von Stress bis zu gesundheitlichen Problemen
Eine plötzlich schlechter fressende Katze sorft schnell für Sorge. Tatsächlich können hinter dem Appetitverlust bei Katzen sehr unterschiedliche Ursachen stecken.
Häufige Ursachen für Appetitverlust
Katzen sind sehr sensible Tiere und reagieren oft auf Veränderungen in ihrer Umgebung. Schon kleine Veränderungen können dazu führen, dass eine Katze ihr Futter schlechter annimmt.
Mögliche Ursachen:
- Stress oder Veränderungen im Haushalt
- neues Futter oder eine Futterumstellung, Änderungen von Seiten der Herrsteller
- Schmerzen oder Erkrankungen
- Zahnprobleme
- Übelkeit oder Magen-Darm-Probleme
- zunehmendes Alter und damit einhergehender Geruchsverlust
Wenn eine Katze über mehrere Tage schlechter frisst, sollte dies immer und unbedingt tierärztlich abgeklärt werden! Frisst sie 24 Stunden gar nichts, sollte umgehend eine tierärztliche Praxis aufgesucht werden.
Warum Katzen manchmal so wählerisch sind
Viele Katzenhalter kennen das problem: Ein Futter wird zunächst gut gefressen - und plötzlich nicht mehr angerührt. Katzen können sehr wählerisch sein und reagieren empfindlich auf Geruch, Konsistenz oder Temperatur des Futters.
Auch häufige Futterwechsel oder eine große Auswahl an Futtersorten können dazu führen, dass die Katze noch selektiver wird.
Unterstützung durch eine Ernährungsberatung
Gerade bei Katzen mit empfindlichen Appetit oder nach Erkrankungen kann es hilfreich sein, die Fütterung genauer anzuschauen. Manchmal können kleine Anpassungen bei der Futterwahl, Fütterungsrhythmus oder Portionierung bereits einen Unterschied machen.
Activity feeding - Fressen und Beschäftigung verbinden
Bei manchen Katzen kann es helfen, das Fressen stärker mit Aktivität zu verbinden. In der Natur verbringen Katzen einen großen Teil ihrer Zeit mit der Futtersuche und dem Jagen kleiner Beutetiere. Wohnungskatzen erhalten ihr Futter meist direkt im Napf und sind nach wenigen Minuten fertig.
Katzen sind von Natur aus so genannte Snack-Fresser. Statt weniger große Mahlzeiten nehmen sie über den Tag verteilt 12-15 kleine Portionen zu sich. Activity feeding kann helfen, dieses natürliche Verhalten im Alltag besser nach zu ahmen.
Activity feeding kann dementsprechend eine sinnvolle Ergänzung sein und sollte bei Wohnungskatzen standardmäßig mit eingebaut werden. Dabei wird das Futter nicht einfach im Napf serviert, sondern muss sich erarbeitet werden. Beispiele sind hier Fummelbretter, Futterbälle und Verstecke in der Wohnung, die abgesucht werden muss. Auch Jagdspiele, die mit einer Futterportion enden bieten sich für artgerechte Beschäftigung an.
Dies bietet mehrere Vorteile:
- mehr geistige und körperliche Beschäftigung
- langsameres Fressen
- zusätzliche Motivation, sich mit dem Futter zu beschäftigen
Wichtig ist jedoch, dass diese Form der Fütterung schrittweise eingeführt und trainiert wird. Viele Katzen verstehen am Anfang nicht sofort, wie sie nun an ihr Futter gelangen. Daher kann es sinnvoll sein zunächst sehr einfache Varianten zu wählen und einen Teil der Ration weiterhin aus dem Napf an zu bieten.
